Lohngleichheit und Gehaltstransparenz

Lohngleichheit, Frauenquote, Gehaltstransparenz – Schlagworte in einer seit Jahren andauernden politischen Debatte. Aktuelle statistische Erhebungen lassen darauf schließen, dass trotz dieser politischen Debatte nach wie vor markante Ungleichheiten in der Bezahlung bestehen. Obwohl dieses Faktum längst einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist und fast schon zu einem Gemeinplatz zu werden droht, begegnen politische Vorstöße, diesen Ungleichbehandlungen beizukommen, großen Widerständen – seitens Politik, Wissenschaft und Arbeitswelt. Das Thema „Gehaltstransparenz“ gilt nach wie vor als „heißes Eisen“.

Diese politischen Debatten drehen sich allesamt um die Frage, ob und in welcher Intensität Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet werden sollen, ihre Gehälter offenzulegen. Diese Frage hat allerdings auch eine mitunter nicht mit gleichem Eifer diskutierte Kehrseite. Dürfen eigentlich Arbeitnehmer (freiwillig) ihre Gehälter offenlegen? Dürfen sie mit ihren Kollegen oder Außenstehenden über ihr Gehalt reden? Dürfen Sie ihr Gehalt zum Beispiel bei einem Bewerbungsgespräch dem Konkurrenzunternehmen mitteilen? Viele Arbeitgeber haben ein Interesse daran, dass ihre Arbeitnehmer dies nicht tun und schreiben entsprechende Klauseln (sogenannte Gehaltsgeheimhaltungs- oder -verschwiegenheitsklauseln) in die Arbeitsverträge. Ein näherer juristischer Blick auf solche Klauseln offenbart, dass sie in aller Regel unwirksam sind.

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